Die tägliche Gewalt an Frauen und besonders zur

Corona-Krise

 

08.04.2020

 

Viele (von den Medien bis zu den Frauennotrufnummern) schlagen Alarm, dass in dieser Zeit der Ausganssperre die Gewalt an Frauen steigt, dass Anrufe nun zunehmen. Dabei gibt es sicherlich weitaus mehr Fälle, wo es für Frauen derzeit schwierig ist, sich überhaupt zu melden oder auch für jene, die die Sprache nicht gut können ...

Die Corona-Krise ist der Ausdruck der Mängel unserer Gesellschaft, und die betroffenen Frauen sind derzeit noch angespannteren Situationen auf engstem Raum ausgeliefert als sonst auch schon. Letztes Jahr wurden in Österreich 34 Frauen von Männern umgebracht, meistens von ihren (Ex-) oder noch Partnern. In diesem Jahr gab es schon vor der Corona-Krise 6 Frauenmorde. Und es besteht jetzt die Gefahr, dass diese dramatische Statistik steigt.

Angesichts dieser Situation spielt sich die ÖVP-geführte Regierung als die große Retterin in der Not auf. Aber was hat diese „verantwortungsvolle“ Partei dagegen gemacht? Sie hat vor noch nicht einmal zwei Jahren, als sie die türkis-blaue Regierung anführte, massiv bei Frauenprojekten gekürzt. So wurden dem Verein Autonomer Frauenhäuser damals 6.000 € gestrichen, dem Frauenring 8.000 €, wie vielen anderen auch. Insgesamt wurde fast eine Million € eingespart vom damaligen FRAUENMINISTERIUM (unter einer ÖVP-Ministerin) ... Genauso wurde die Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt an Frauen (eine Stelle von Polizei, Gerichten und Frauenhäusern, um sich über Risikofälle auszutauschen und Frauen zu schützen) einfach aufgelöst unter dem damaligen FPÖ-geführten Innenministerium.

Auf der Homepage des Ministeriums gibt man Frauen und Familien Verhaltens-Tipps für gefährliche Situationen. Ebenso wird man belehrt, dass man im Notfall hinausflüchten soll und sich an zuständige Stellen wenden soll. Nur ist es heuchlerisch, in den vergangenen Jahren genau hier gespart zu haben und sich nun als Retter in der Krise aufzuspielen. Abgesehen davon, dass es derzeit für viele eine noch größere Überwindung ist, ihren Partner in so einer Situation anzuzeigen.

Wie wäre es, wenn die Regierung damit anfängt, alle Zuschüsse und Einrichtungen, die sie abgeschafft hat, wieder zu bezahlen?! Das wäre viel besser als alle schönen Reden und Ratschläge. „Koste es, was es wolle“, wiederholt Kurz seit Tagen. Er meint damit vor allem die Wirtschaft. Das Leben der Frauen sollte es aber wert sein, sodass sie auch in den Genuss echter Maßnahmen kommen.

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