Peugeot-Werk Vesoul: Warnstreiks

 

In einem französischen Werk des Peugoet Konzerns will die Leitung die Pausenregelung verschlechtern. Für die Arbeiter/innen war das ein inakzeptabler Angriff. Sie haben mit Warnstreiks reagiert. Ein Bericht der französischen trotzkistischen Organisation Lutte Ouvriere (LO):

 

Die Leitung hat angekündigt, die bisherigen Pausen durch eine einzige 21-minutige Pause zu ersetzen. Da war die Unzufriedenheit in jeder Werkstatt zu spüren. Der Verbot, sich einen Kaffee oder eine Zigarette draußen außerhalb der Pause zu gönnen, hat das Fass zum Überlaufen gebracht.

Schon am 9. März, am Tag der Demonstration gegen das von der Regierung geplante neue Arbeitsgesetz, hat es gegen diese Maßnahme Warnstreiks im größten Sektor des Werks gegeben.

Am Donnerstag den 17. und Freitag den 18. März hat die CGT-Gewerkschaft zu Warnstreiks gegen die einzige Pause und für die Freiheit, sich außerhalb der Pause ein Sandwich zu kaufen, aufgerufen.

Am Donnerstag haben die Warnstreiks in mehreren Werkstätten bei Arbeitsbeginn angefangen. Die Bewegung hat sich bei der Pause um 10 Uhr verstärkt. In der Frühschicht wurden etwa hundert Arbeiter als Warnstreikende gezählt. Aber in manchen Sektoren hat der Team-Verantwortliche die Warnstreiks nicht gemeldet. Andere Verantwortliche hatten Förderungsgespräche vorgeschlagen, um die Warnstreiks zu vermeiden.

Am Nachmittag haben die Arbeiter ihre Pause genommen, ohne offiziellen Warnstreik, und haben dabei gesagt: "Wenn sie uns erwischen, sagen wir, dass wir einen Warnstreik machen."

Am Freitag haben die Warnstreiks noch heftiger angefangen. Sehr schnell und in mehreren Teams haben die Verantwortlichen die Pause erlaubt, um die Warnstreiks zu vermeiden: sie hatten vom letzten Tag gelernt.

Am Montag den 21. hat die Leitung eine Pause von 15 Minuten und dann eine andere Pause von 6 Minuten vorgeschlagen. Es war ein Vorschlag der CFTC und FO (zwei andere französische Gewerkschaften), die eine Unterschriftenliste organisiert hatten, mit der Überschrift: "Lösungen, um Warnstreiks zu vermeiden".

Es ist aber noch nicht sicher, ob diese Maßnahme genügen wird. Die Unzufriedenheit geht weit über diese einzige Pause hinaus. Während den Warnstreiks waren die Diskussionsthemen sowohl der steigende Arbeitsdruck im Werk als auch das geplante Arbeitsgesetz.

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