Ischgl: Die Jagd nach Profit, ein tödliches Virus

 

10.04.2020

 

Hunderte Saisonarbeiter/innen der Seilbahnen und der Hotels in Ischgl, Tirol, prangern nun das verantwortungslose Handeln ihrer Chefs in der Corona-Krise an. Für sie ist klar, dass die Hoteliers und die Seilbahngesellschaft die Schließung der Lifte so lange wie möglich hinausgezögert haben. Danach wurde Ischgl zum Corona-Hochrisikogebiet.

Die Arbeitenden berichten, dass einigen Kolleg/innen sogar verboten wurde, sich testen zu lassen, obwohl sie Husten und hohes Fieber hatten. Anderen wiederum wurde ein Test verweigert, da Ischgl damals noch nicht als Risikogebiet anerkannt war. Viele Chefs haben die Arbeitenden vollen Wissens einem hohen gesundheitlichen Risiko ausgesetzt und zur Weiterverbreitung des Virus in ganz Europa beigetragen.

Denn nicht nur Touristen haben das Virus in ihren Heimatländern danach weiterverbreitet, auch viele Saisonarbeiter/innen wurden aus ihren Quartieren geworfen und mussten abrupt ausreisen, sogar wenn sie Covid-Symptome hatten. Oft wurden sie rückwirkend gekündigt oder zu einvernehmlichen Lösungen gedrängt und damit um hunderte oder sogar mehr als tausend Euro gebracht.

Ein Arbeiter aus Ischgl sagt in einer Fernseh-Reportage: „Für mich ist es eindeutig: Die wollten es unterm Tisch kehren und wollten noch so viel Geld verdienen wie möglich. … Sonst machen sie es immer wieder. Stellen Sie sich mal vor, in zehn Jahren kommt so eine Scheiße wieder und wir stehen wieder am Anfang da. Nein, bei den Leuten muss es auch mal Klick machen, die müssen halt auch mal lernen, Geld ist nicht alles in dieser Welt und die Gesundheit der Menschen hat Vorrang“. Ja. Diesem kapitalistischen System, das auf Kosten unser aller Gesundheit geht, gehört ein Riegel vorgeschoben.

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