100-Millionen-Generalstreik in Indien

 

Februar 2013

"Bharat Bandh" - Indien geschlossen: 100 Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter nahmen am 20. und 21. Februar 2013 am Generalstreik teil. 11 indische Gewerkschaften hatten dazu aufgerufen. Dieser Aufstand legte das öffentliche Leben zu großen Teilen lahm.

Gestreikt wurde in fast allen Bereichen, unter anderem in Fabriken, Banken, Schulen und Märkten. Taxi- und Riksafahrer beteiligten sich ebenfalls. In den Gebieten wo die Arbeiter/innen/parteien stark sind, war die Streikbeteiligung am höchsten.

Die Forderungen der Gewerkschaften beziehen sich auf Verbesserungen der katastrophalen Arbeitsbedingungen, soziale Sicherheit für alle Beschäftigten, Eindämmung der Inflation und die Erhöhung der Mindestlöhne. Sie sind gegen Privatisierung staatlicher Betriebe, die Zulassung internationaler Handelsunternehmen und die gestiegenen Nahrungsmittelpreise.

Am stärksten verteuerten sich Gemüse (26 Prozent), Speiseöl (15 Prozent) Zucker und Hülsenfrüchte (jeweils 12,8 Prozent). Was bei den geringen Löhnen einen unannehmbaren Zustand für die Bevölkerung darstellt. In Indien existiert kein einheitlicher Mindestlohn. Dieser bewegt sich von 70 Rupien (1,10 Euro) bis etwa 200 Rupien (3,14 Euro) pro Tag. Deshalb wird ein monatlicher Mindestlohn von 10.000 Rupien (140 Euro) gefordert, damit die Beschäftigten in allen Bundesstaaten das gleiche verdienen.

Die jetzige Entlohnung ist unakzeptabel. Die Forderung ist auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Sie stellen nicht das kapitalistische System, das die eigentliche Ursache für Armut und Ausbeutung ist, in Frage. Aber es ist wichtig, dass sich etwas bewegt. Wenn die Forderungen erfüllt werden sollten, bedeutet das einen enormen Fortschritt für die Arbeiter/innen/klasse und ihre Bewegung.

Es war an der Zeit, dass sich die indischen Lohnabhängigen gegen die wachsende Ausbeutung wehren. Mit dem Generalstreik wurde ein wichtiges Zeichen gesetzt. Die Beschäftigten zeigen der Welt, dass sie am Machthebel sitzen und ohne sie nichts funktioniert.

Alex Cerny, Anja Cermaka

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