Das größte Hindernis für die Bekämpfung der Pandemie: der Kapitalismus

 

12.4.2021

 

Und täglich grüßt das Murmeltier. Seit mehr als einem Jahr sind wir in einer Endlosschleife. Im Beruf müssen die Arbeitenden wie Roboter trotz zunehmender Belastung und Masken im gleichen Tempo oder schneller arbeiten. Die Beschäftigten im Handel, die Kindergärtner/innen, das Pflegepersonal, alle sind erschöpft. Im Privaten soll man sich aber ganz zurückhalten und den dringend notwendigen Kontakt mit Freunden und der weiteren Familie auf die ferne Zukunft verschieben. Seit einem Jahr ist unser soziales Leben massiv eingeschränkt, während die Ausbeutung und die finanziellen Sorgen gestiegen sind. Die Intensivstationen und Krankenhäuser, die seit Jahren immer mehr zusammengespart wurden, sind voll. Und es sieht heute damit sogar schlechter aus als am Anfang der Pandemie. Der immer größere Druck schon vorher, dass es kein freies Bett geben durfte, keine/n Krankenpfleger/in, die nicht am Anschlag ist, hat uns zu dieser Situation geführt.

Währenddessen gehen die Impfungen, die mittlerweile seit fast 5 Monaten vorhanden sind, im Schneckentempo voran. Pläne und Phasen, wer wann geimpft werden soll, werden entworfen … und bald wieder über den Haufen geworfen. In einigen Bundesländern gibt es viele jüngere Risikopatient/innen, die verzweifelt auf ihren Impftermin warten. Weltweit sieht es noch schlechter aus. Viele Länder haben bis jetzt keine einzige Impfung erhalten und werden wahrscheinlich erst an der Reihe sein, wenn die Märkte in den reichen Ländern gesättigt sind. Man kann sich vorstellen, was das bedeutet: Pandemie – Ende nie.

Den Pharmakonzernen rinnt jedenfalls der Speichel aus dem Mund. Das Virus hat ihnen ermöglicht, das Geld aus den öffentlichen Haushalten rauszusaugen. Aber, anstatt einen gemeinsamen Plan zu entwickeln, wie man so schnell wie möglich, so viel wie möglich Impfstoff herstellen kann, sitzen sie auf ihren Patenten und lassen sich die Hoffnung auf ein normales Leben nach der Impfung teuer bezahlen. Die Pandemie hat ihnen Umsätze in Milliardenhöhe gesichert, sogar bevor sie die Impfdosen produziert haben. Im Durchschnitt wurden in den reichen Ländern mehr als 4 Dosen pro Person vorbestellt und bezahlt! Bis jetzt aber erst 10% geimpft. Wo sind also die Impfstoffe? Was haben die Pharmakonzerne mit dem Geld gemacht, das sie von den Regierungen massenweise erhalten haben? Haben sie in die Produktion investiert, um die Herstellung zu beschleunigen? Nein. Das Geld haben sie wie immer vor allem in die Spekulation gesteckt, denn sie haben nur den Profit vor den Augen. Die Knappheit an Impfstoff ermöglicht ihnen sogar, die vorhandenen Dosen teurer zu verkaufen.

Das Gleiche gilt für die Patente, auf die sie nicht verzichten wollen. Obwohl sie die Impfstoffe mit öffentlichen Geldern finanziert haben, die die Forschung in diesem Bereich jahrelang ermöglicht hat, obwohl sie noch Milliarden nach Ausbruch der Pandemie einkassiert haben, bleibt ihr Gewinn privat. Einen Mangel an Impfdosen gibt es schon, aber keinen Mangel an Profit für die Aktionäre der Pharmaindustrie! Ja, der Kapitalismus und seine Regeln stellen ein massives Hindernis zur Bekämpfung der Pandemie dar.

Um die Menschen zu retten, müssten jedoch alle Hindernisse für eine schnelle und massive Verbreitung von Impfstoffen beseitigt werden. Um Impfstoffe zu einem „Allgemeingut“ zu machen, müsste man den konkurrierenden Pharmakonzernen das Eigentum ihrer Patenten entziehen und den Betrieben, die in der Lage sind, Impfstoffe zu produzieren, vorschreiben, dies in den erforderlichen Mengen zu tun. Im Kriegsfall wussten wohl immer, ohne zu zögern, die Staaten den Unternehmen zur Umstellung auf die Waffenproduktion zwingen. Aber um Millionen von Menschen weltweit zu retten, weigern sich die Regierungen, solche Zwangsmaßnahmen zu ergreifen. Denn sie alle stehen im Dienst des Big Pharma und des Big Money. Nur die arbeitende Bevölkerung, die ständig dafür sorgt, dass alles in der Gesellschaft gut funktioniert, kann es tun, wenn sie wütend wird und sich massiv in Bewegung setzt.

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