19.11.2020
Seit 17.11. gibt es in Österreich offiziell einen harten Lockdown. Hart ist er allerdings nur im privaten Bereich. Für die Omis, die ihre Enkelkinder nicht sehen sollen; für die Älteren in den Pensionistenheimen, die wie in einer Mausefalle gefangen sind und keinen oder nur mehr sehr eingeschränkt Besuch bekommen dürfen. Für diejenigen, die ihre Freund/innen nicht treffen dürfen.
„Jeder soziale Kontakt ist einer zu viel“, sagt Bundeskanzler Kurz. Für die meisten Betriebe gilt aber diese Empfehlung nicht. Bis auf die Gastronomie und ein Teil des Handels läuft alles normal weiter, alle gehen zur Arbeit. Ob im home-office gearbeitet wird, dort wo es möglich ist, hängt auch von der Laune der Chefs ab. Die Kinder können in den Schulen betreut werden, damit ihre Eltern fleißig hackeln können. Auf den Baustellen arbeiten die Bauarbeiter/innen weiter bei Kälte zusammen, um Eigentumswohnungen zu errichten, von denen dann große Immobilienkonzerne profitieren. Die Produktion läuft ungehindert, und auch wenn die Betriebe noch so einen unnötigen Schrott produzieren. Ja sogar Waffengeschäfte dürfen offenbleiben.
Wenn die Covid 19-Infektionen also tatsächlich zurückgehen, dann nur wegen der größten Anstrengung der Privatpersonen. Die Betriebe, die für ihren Profit weiterarbeiten lassen, tun alles um dieser Anstrengung entgegenzuwirken.