20.9.2026
Im Juli gab der Holzfaserhersteller Lenzing bekannt, seine Produktion in Heiligenkreuz im Südburgenland mit Ende des Jahres zu beenden. Das bedeutet für 300 Beschäftigte einen Existenzverlust. Anstatt von der Firmenleitung erfuhren die Arbeiter/innen vom Produktionsstopp aus den Medien. Betroffen sind teilweise ganze Familien, die bei Lenzing arbeiten, einige von ihnen schon seit Jahrzehnten. Nachdem 1997 zur Ansiedlung des Werks reichlich Gelder aus EU und nationalen Fördertöpfen angezapft wurden, und auch später Steuergelder zum Ausbau und zur Modernisierung verwendet wurden, bringt der Konzern seine Schäfchen ins Trockene, während er die Beschäftigten im Regen stehen lässt. Sollte kein Käufer gefunden werden, der das Werk übernimmt, kündigt das Land an, einzuspringen – also wieder Steuergelder! Stattdessen könnte Lenzing den Profit, den er mithilfe der Allgemeinheit gemacht hat, nun dafür nützen, um die Jobs zu erhalten.