Streiks in der Chemieindustrie: die einzig richtige Antwort!

 

9.6.2026

 

In der Chemiebranche haben am 1. Juni im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen mehrere Warnstreiks stattgefunden: Borealis in Schwechat, Messer Austria in Gumpoldskirchen, Semperit in Wimpassing, Kwizda Agro in Leobendorf … Überall hatten die Gewerkschaften PRO-GE und GPA zum Protest aufgerufen, nachdem die Chefs ihr mickriges Angebot von nur einer 250 Euro-Einmalzahlung nach 6 erfolglosen Verhandlungsrunden nicht verbessert hatten. Am 3. Juni haben die Arbeiter/innen einer Schicht in der Nacht sogar die Erdgaszuleitung im Chemiepark Linz heruntergefahren und gestreikt. Sie haben damit den Betrieb mehrerer Düngemittelkonzerne für einige Tage gestört und gezeigt, dass ohne sie nichts funktioniert. Das letzte Angebot der Bosse war schließlich eine Lohnerhöhung von 0,5% plus eine Einmalzahlung von 300 Euro, oder alternativ eine Lohnerhöhung um 2%, die aber erst ab Oktober 2026 gelten soll bis April 2028. Die Arbeitenden reagieren auf diese unverschämten Angebote mit Streiks, die sich nun ausweiten, diese Woche werden ebenso Betriebe bestreikt. 

Die Bosse haben sich offensichtlich auf diese Auseinandersetzung vorbereitet. Es war ihnen sicher klar, dass ihre Provokation zu Streiks führen musste. Sie versuchen derzeit einen Weg zu finden, aufkommende Streiks zu brechen. Es folgten nämlich prompt Klagsdrohungen und sie erklärten in den Zeitungen, dass die Streiks eventuell gesetzwidrig wären. Sie tun das, um die Arbeiter/innen einzuschüchtern. Dabei ist es in Österreich gesetzlich fast uneingeschränkt erlaubt zu streiken, im Gegensatz etwa zu Deutschland. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 11. Juni.

Die Chefs können auf die Streiks so empört reagieren, wie sie wollen. Das ist die Bestätigung, dass die Kolleg/innen es genau richtig machen, wenn sie sich so eine Verachtung nicht gefallen lassen. Vor allem sehen wir derzeit auch in anderen Branchen unverschämte Angebote, die gar nicht mit der Inflation mithalten, wie zuletzt in der Elektro- und Elektronikindustrie, wo es auch zu Betriebsversammlungen kam. Allerdings hat die Gewerkschaft hier einem Abschluss deutlich unter der Inflation ohne Kämpfe zugestimmt. Die Teuerung betrifft alle Arbeitenden, es wird notwendig sein die Trennung durch Branchen zu überwinden und wieder gemeinsam zu kämpfen.

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