Der Metaller-Chef greift Kollektivverträge an

 

4.11.2017

 

Der Chef des Verbands der Metallunternehmer, Christian Knill, will, dass die Lohnverhandlungen in Zukunft direkt in den Betrieben geführt werden. Das ist aber nicht einfach eine organisatorische Frage. Es ist ein Schritt in Richtung Abschaffung der Kollektivverträge.

Es ist jedem Arbeitenden klar, dass Verhandlungen auf Betriebsebene zu schlechteren Löhnen und Arbeitsbedingungen führen werden. Und sogar wenn es den Betrieben gut geht und sie große Gewinne machen. Denn die Unternehmer können die Beschäftigten vor Ort direkt erpressen, und Lügen von angeblich schlechten Geschäftsjahren erzählen.

So wie es bei dem gewinnbringenden Unternehmen Umdasch shopfitting 2014 der Fall war. In Betriebsversammlungen mussten die Arbeiter damals entscheiden, ob sie Lohnkürzungen und längere Arbeitszeiten akzeptieren oder der Standort geschlossen werden soll. Tatsächlich war der Betrieb gar nicht gefährdet… das Geschäft im Ladenbau läuft prächtig, sodass in der Steiermark im Oktober 2017 sogar eine Halle dazugebaut wurde. Die Umdasch group verzeichnete die letzten sechs Jahre hindurch Gewinne. 2015 gab es einen Gewinn von 54 Millionen Euro. 2016 stieg der Gewinn weiter auf 92 Millionen.

Bei den Fluglinien gibt es solche Kollektivverträge auf Betriebsebene bereits. Und was ist das Resultat? Bei Eurowings streiten Gewerkschaft und Geschäftsführung seit mehr als einem Jahr und die Beschäftigten haben gar keinen Kollektivvertrag. Die Beschäftigten der Luftfahrt sind schlecht bezahlt und müssen unmenschliche Strapazen über sich ergehen lassen.

Ja, die Hoffnung der Unternehmer ist sicherlich, die Kollektivverträge so hinauszuzögern, dass sie eigentlich nicht mehr existieren.

Solche Angriffe gegen die Kollektivverträge finden in vielen europäischen Ländern statt. Und auch bei uns glauben die Bosse, dass sie sich alles erlauben können. Das werden sie solange glauben...bis sie einmal einen Wutausbruch verursachen.

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