Deutsche Bahn im Streik

07.11.2014


In Deutschland streiken die Arbeitenden bei der Bahn. In einer Urabstimmung wurde der Streik von über 90% der Lokführer-Gewerkschaftsmitglieder beschlossen. Gefordert wurden unter anderem 5% mehr Lohn für das Zugpersonal, eine Reduzierung der Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden pro Woche und eine Begrenzung der Überstunden auf maximal 50 pro Jahr.


Der Arbeitsdruck und der Stress sind bei der deutschen Bahn, wie in vielen Branchen, enorm gestiegen. Die Privatisierungen der Bahn haben für die Beschäftigten nichts Gutes gebracht. Für die Aktionäre unrentable Strecken wurden eingestellt und 100.000 Arbeitsplätze abgebaut. Die Personalknappheit führte dazu, dass der normale Betrieb oft nur durch Überstunden der Kolleg/inn/en aufgebracht werden kann. Schon 2012 wurde bekannt, dass die Beschäftigten an die 3 Millionen Überstunden erbracht hatten. Bei bis zu 13-Stunden-Schichten und regelmäßigen Wochenendbetrieben ist es kein Wunder, dass das auf die Dauer unzumutbar ist.


Medien beschimpfen Streikende


Die Wirtschaftsbosse, die Politiker/innen und die bürgerlichen Medien überhäufen die Streikenden mit Beschimpfungen. Der Streik wäre unverantwortlich, eine Zumutung, verrückt. Verrückt ist aber nur, wie mit den Beschäftigten umgegangen wird. Eine Zumutung sind die Arbeitsbedingungen und die Überstunden, die sie machen müssen. Ein Streik bringt in der Gesellschaft und in der Wirtschaft einiges zum Erliegen. Das ist auch gewünscht, denn sonst würde ein Streik nichts bringen. Die Arbeitgeber haben sich über Jahre nicht durch Klagen und Beschwerden von ihrer Politik abbringen lassen. Erst der Streik lässt sie zittern. Natürlich sind sie wütend, denn die Macht der entschlossenen Arbeitenden ist stärker als sie und das sind die sonst Mächtigen nicht gewöhnt.


Tarifeinheitsgesetz


Die deutsche Politik benutzt außerdem den Streik und die Uneinigkeit der Gewerkschaften, um ein neues Gesetz einzubringen. Dieses Gesetz wird eine zusätzliche Erschwernis für Streiks bringen. In Deutschland sind Streiks stärker gesetzlich geregelt als in Österreich. Das ist im Sinne der Wirtschaft, damit die Lohnabhängigen noch mehr eingeschüchtert sind tatsächlich zu streiken. Die streikenden Lokführer, die sich auch gegen dieses geplante Gesetz wehren, haben in diesem Punkt und mit ihrem Streik für bessere Arbeitsbedingungen und Löhne vollkommen recht. Im Streik zeigt sich die wahre Kraft der Arbeiter/innen/klasse und Gesetze können sie vorerst einschüchtern, aber nicht verhindern.


Barbara Gruber

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