Explodierende Mieten und Heizkosten – es ist notwendig, dass die Arbeitenden auf den Tisch hauen!

 

11.10.2021

 

            Die Inflation hat die Preise wie schon lange nicht mehr in die Höhe steigen lassen. Essen, Heizen werden viel teurer und die Mieten sind in den letzten Jahren explodiert. Bei den Strom- und Gaspreisen könnte einigen Berechnungen zu Folge die Teuerung 500 Euro pro Jahr und Haushalt betragen. Viele Energieunternehmen haben ihre Preise bereits hinaufgeschraubt, der Rest wird bald nachziehen. Schuld daran sind sowohl die Spekulation auf Rohstoffe als auch die Absprachen der großen Ölfirmen, um die Preise und ihre Gewinne zu erhöhen.

            Gleichzeitig hat die Regierung soeben eine Steuerreform verabschiedet, die die Situation für die Arbeitenden weiter verschärft. So wird eine CO2-Steuer auf Gas- und Ölheizungen sowie Benzin und Diesel kommen. Die Regierung nennt diese Steuerreform „ökosozial“ … Aber für die Arbeiter/innenklasse wird einfach alles noch teurer werden: Die Unternehmen haben nämlich bereits angekündigt, dass die höheren Benzin- und Heizkosten die Konsument/innen, also wir, werden bezahlen müssen. Denn ihr Profit bleibt für sie heilig und hat immer und überall Vorrang.

            Angeblich soll klimafreundliches Verhalten belohnt und klimaschädliches Verhalten bestraft werden. Dabei kann sich aber kein Mieter aussuchen, mit welcher Heizung er heizt, oder ob das Haus wärmegedämmt ist! Auch die Pendler/innen würden wahrscheinlich einen kürzeren Arbeitsweg bevorzugen, wenn es möglich wäre. Aber mittlerweile findet man in der näheren Umgebung schlicht keinen zufriedenstellenden Job mehr. Dennoch machen das AMS und die Regierung weiterhin Druck, dass die Arbeitslosen in Zukunft immer längere Arbeitswege akzeptieren müssen, denn sonst wird ihnen das AMS-Geld gestrichen. Das ist weder „öko“ noch sozial!

            So eine Scheinheiligkeit in ihren Reden, da wird einem nur mehr übel. Um zu verdecken, dass die gesamten Kosten auf die Arbeitenden abgewälzt werden, haben sie sich den lächerlichen Klimabonus von 100 bis 200 Euro ausgedacht. Auch die minimale Senkung bei der Lohnsteuer macht angesichts der stark steigenden Lebenskosten das Kraut nicht fett.

            Alles wird weiterhin gemacht und organisiert, damit die Großbetriebe zu ihrem Profit kommen. Dabei ist ihnen wie den Regierungen, egal in welcher Farbenkombination, das Los des Planeten wie das der arbeitenden Bevölkerung völlig gleichgültig. So freuen sich die großen Konzerne über eine neuerliche Senkung der Körperschafts-, also der Gewinnsteuer. 1,5 Milliarden Euro gehen nun zusätzlich in die Taschen der größten unter ihnen. Aber am umweltschädlichen kapitalistischen System ändert das ganze rein gar nichts. Weder drosselt es viele unnötige elendslange Transportwege, noch wird die Produktion vernünftiger und ressourcenschonender vor sich gehen.

            Während für die Arbeiter/innenklasse alles teurer wird, denkt der Arbeitsminister Kocher lautstark nach, wie man den Arbeitslosen das wenige Geld, das sie haben, noch aus der Tasche ziehen könnte … um die der reichsten Kapitalisten weiter voll zu stopfen. Das hat vor allem zum Ziel, dass die Arbeitslosen noch schlechter bezahlte Arbeitsstellen akzeptieren müssen, und dass der Druck auf alle Löhne verstärkt wird.

In Zusammenhang mit der höheren Inflation sind die jährlichen Lohnrunden, die nur eine kleine Lohnerhöhung bringen … nachdem die Preise schon lange gestiegen sind, absolut unzureichend. Die Unternehmer sind ganz frei, ihre Preise jederzeit zu erhöhen. Damit wir nicht jedes Jahr ärmer werden, müssen alle Löhne und Renten automatisch steigen, wenn die Preise steigen! Einige sogenannte „Wirtschaftsexperten“ haben vor kurzem erklärt, dass sie fürchten, dass in Österreich dasselbe wie in Frankreich vor ein paar Jahren mit dem Protest der „Gelbwesten“ gegen die Teuerung passieren könnte. Aber genau das wäre eine Hoffnung für die ganze Arbeiterschaft: dass wir uns endlich Respekt verschaffen. Irgendwann wird das Fass für uns Arbeitende überlaufen und wir werden alle zusammen unsere Wut ausdrücken. Früher oder später wird dieser Tag kommen. Es liegt an uns, uns heute darauf vorzubereiten, indem wir uns organisieren.

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