Kapitalistische Krise verschärft

Was sind die Antworten der Arbeiter/innen/klasse?


Die Krise der Weltwirtschaft wird wieder stärker. Erneut versuchen die Konzerne, die Probleme ihres Systems auf die Lohnabhängigen abzuladen. Wie wird das weitergehen? Und was kann die Arbeiter/innen/klasse dagegen tun?


Für die Lohnabhängigen war die kapitalistische Krise seit 2008 sowieso nie vorbei. Vom schwachen Aufschwung haben nur die Reichen profitiert. Seit Monaten müssen die hochbezahlten „Experten" ihre Wirtschaftsprognosen dauernd nach unten ändern. Die Produktion sinkt, bei vielen Firmen gehen die Aufträge zurück. Die Arbeitslosigkeit hat auch in Österreich einen Rekordwert erreicht. Viele Betriebe reduzieren die Zahl der Beschäftigten. Und für die Verbleibenden wird die Arbeit immer intensiver.

Kapitalistische Lösungen ohne Perspektive

Ein Grund für die erneute Verschärfung der Krise sind die leeren Staatskassen, die durch die Bankenrettungen und die Steuergeschenke an Konzerne zustande kamen. Ein anderer Grund sind die westlichen Sanktionen gegen Russland, die auch die Exporte vieler europäischer Firmen treffen. Der Hauptgrund der Krise ist aber das kapitalistische System selbst: Dieses System funktioniert nicht nach den Bedürfnissen der Menschen, sondern nach den Profitinteressen von ganz wenigen Superreichen. Die haben so viel Kapital angehäuft, dass sie es nicht mehr profitabel anlegen können. Es fließt dann in die Spekulation, wo eine Blase entsteht, die irgendwann platzt. Das ist 2008 passiert, die Probleme des Systems wurden aber seitdem nicht gelöst.


Dementsprechend herrscht unter den kapitalistischen Wirtschaftsexpert/inn/en und Politiker/inne/n immer mehr Ratlosigkeit. Und deshalb machen sie einfach so weiter wie bisher: Sie verlangen von den Arbeitenden Verzicht bei den Löhnen, sie kürzen Sozialleistungen und im Gesundheitswesen, sie erhöhen den Zeitdruck an den Arbeitsplätzen – und sie erzählen uns, dass das die Rettung bringe. Dabei hat das alles schon bisher nichts gebracht.


Trotzdem verlangt die Industriellenvereinigung von der Regierung, dass die Konzerne noch weitere 15 Milliarden Euro weniger Steuern bezahlen. Hereingebracht werden soll das Geld, so wollen es die Kapitalist/inn/en, durch weitere Kürzungen bei Pensionen und im Gesundheitswesen. Eine klare Botschaft: Sie wollen uns für ihren Profit auspressen bis wir alt und krank sind; dann sind wir ihnen nichts mehr wert und wir sollen in Armut unseren Lebensabend verbringen und können durchaus auch bald verrecken.

Antworten im Sinne der Arbeiter/innen

Schon in den letzten 15 Jahren haben die Arbeiter/innen in Österreich 14% ihres Lohnes verloren. Und jetzt wollen sie uns immer weitere Verschlechterungen aufs Auge drücken. So kann es nicht weitergehen! Die Gewerkschaftsführung und die SPÖ tun nichts gegen diese Entwicklung. Im Gegenteil haben sie das Ganze mitverwaltet, weil sie völlig nach den Vorgaben von Banken und Konzernen agieren.
Im Sinne der Lohnabhängigen wäre etwas ganz anderes notwendig: Erstens eine Offenlegung der Geschäftsbücher der Banken und Konzerne, um zu sehen, wie viel Profit sie wirklich machen und wohin das Geld verschoben wird. Zweitens eine automatische Anpassung der Löhne an die Preise, damit unsere Löhne nicht immer weniger wert werden. Drittens eine Enteignung aller Betriebe, die Kündigungen durchführen, und von sämtlichen Banken und ihre Weiterführung unter Kontrolle der Beschäftigten.


In unserer Gesellschaft ist genug Reichtum vorhanden, dass alle gut und ohne Existenzängste leben können. Das Ganze muss nur anders organisiert werden, nämlich nicht für den Profit von wenigen, sondern im Interesse der Masse der „einfachen" Bevölkerung. Das wird natürlich nicht von den etablierten Parteien und Politiker/innen durchgesetzt werden. Sie sind allesamt dem herrschenden System verpflichtet, sie leben davon und haben oft enge Verbindungen mit Banken und Konzernen.


Auch schimpfen auf all die Zumutungen des Kapitals und all die Ungerechtigkeiten wird nichts bringen. Einzig der gemeinsame Kampf der Lohnabhängigen – über Betriebsgrenzen wie über Ländergrenzen hinweg - kann das Großkapital in die Schranken weisen. Dazu sollten wir nicht auf die Gewerkschaftsführung warten, sondern uns selbst organisieren. Die Kapitalist/inn/en sind entschlossen und rücksichtslos. Antworten wir - die arbeitende Klasse - ihnen mit derselben Entschlossenheit!


Eric Wegner und Karl Grabke

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