Niedermeyer, Daily, Alpine

Pleitesystem Kapitalismus bedroht wieder zehntausende Existenzen

 

Am Tag, an dem die Alpine Baugesellschaft den Konkurs bekannt gab, standen auf etlichen ihrer Großbaustellen die Bauarbeiter herum und wussten nicht, ob sie nun weiterarbeiten oder alles liegen lassen sollten. Niemand von den Vorgesetzten war erschienen, um sie zu informieren. Diese Situation zeigt sehr deutlich, was die Arbeitenden den Firmenleitungen wert sind.


Ein Konzern nach dem anderen geht Pleite. Zuerst ging die Elektrofachhandelskette Niedermeyer in Konkurs, wenig später die Einzelhandelskette Daily und kurz darauf eben die Alpine. Die wirklichen Verlierer bei diesen Pleiten sind allerdings nicht die Besitzer/innen und Aktionäre/innen, sondern die Arbeitenden.

Knapp 600 Angestellte von Niedermeyer, 3.300 von Daily und mehr als 15.000 Arbeiter/innen und Angestellte der Alpine Baugesellschaft verlieren ihre Jobs. Durch Auswirkungen der Pleite auf Zulieferfirmen sind noch weitere Arbeitsplätze in Gefahr.


Wer trägt die Schuld?

Hinter all den großen Unternehmen verbergen sich undurchsichtige Machenschaften. Es gibt Geldverschiebungen, die gut versteckt hinter den Bilanzen und für die Öffentlichkeit in den meisten Fällen nicht zugänglich sind. Empörend ist es, wenn der Alpine Baukonzern kurz vor der Meldung des Konkurses noch insgesamt 10,8 Millionen Euro seinen Aktionär/inn/en auszahlt. Aber die ausstehenden Gehälter sowie Urlaubsentgelte der Arbeiter/innen zahlt die Firma nicht. Das darf der Staat mit einem Insolvenzfonds übernehmen.

Das letzte Geld der Firma wird also noch schnell den Anleger/inne/n zugesteckt und danach ist ihnen alles egal - selbst wenn der Staat noch weitere Schulden macht, solange nur das Geld der Kapitalbesitzer/innen gesichert ist. Den Kapitalist/inn/en ist egal, ob der Staat dann die Mittel für das Gesundheitswesen, die Bildung, den öffentlichen Verkehr, die Sozialhilfe kürzt.


Der Kapitalismus- ein Haifischbecken!

Aber es sind nicht undurchsichtige Machenschaften oder Managementfehler alleine, die zu solchen Pleiten führen. Der Kapitalismus ist ein Haifischbecken und die Unternehmen sind die Haifische darin. Sie überleben, indem sie fressen oder gefressen werden. Im Kapitalismus müssen sie sich gegen die Konkurrenz durchsetzen. Sie müssen ihren Profit steigern, um sich neue Maschinen zu kaufen oder ständig in der Lage zu sein, die günstigsten Verträge mit Lieferanten und Banken zu bekommen. Nur so können sie mehr Leistungen und Produkte günstiger anbieten. Wenn sie keinen Profit machen, wird ihre Technik und die Struktur mit der Zeit veraltet. Das hat zur Folge, dass andere Unternehmen günstiger Produkte und Leistungen anbieten können und sie selber untergehen.


Konkurrenz der Unternehmen- Eine Last für die Arbeitenden

Diese Konkurrenz bedeutet aber nichts Gutes für die Arbeitenden. Arbeitsplätze werden so viel wie möglich gestrichen. Die Arbeit wird einigen wenigen aufgebürdet. Es bedeutet unsichere und kurzfristige Arbeitsverträge und einen stetigen Rückgang aller sozialen Errungenschaften, damit die Unternehmen am Weltmarkt der Konkurrenz mithalten können. Tausende sind von Arbeitslosigkeit betroffen, weil immer mehr an Arbeitskräften gespart wird und Tausende sind von Arbeitslosigkeit betroffen, wenn ein solches Unternehmen zusperrt.

Und wofür? Es ist ein System zur Bereicherung einer kleinen Minderheit auf Kosten der Mehrheit, der arbeitenden Bevölkerung weltweit. Wie kann es sein, dass eine kleine Minderheit an Unternehmer/inne/n die Existenz von tausenden Arbeitenden in Händen halten darf, ohne auch nur im Mindesten Rechenschaft über ihr Tun ablegen zu müssen?


Offenlegung der Geschäftsbücher und Kontrolle durch die Arbeitenden

Die Öffentlichkeit und insbesondere die arbeitende Bevölkerung müssen ein Recht darauf haben, Einblick in die Konten und Machenschaften diverser Konzerne und Banken zu bekommen. Schließlich sollten wir Wirtschaft kontrollieren, nicht umgekehrt. Deshalb sind wir für die Vergesellschaftung der Banken und Konzerne unter der Kontrolle der Lohnabhängigen. Dann kann Wirtschaft den Interessen der Bevölkerung dienen und nicht länger dem Reichtum von Einzelnen.

Barbara Gruber und Karl Grabke

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