Ohne unsere Arbeit geht gar nichts!

 

Nun müssen wir alle 17 Milliarden € für das Hypo-Debakel zahlen. Diese Summe könnte sich noch um ein paar Milliarden erhöhen. Solche Ereignisse zeigen uns, dass die Interessen der Politik und der Wirtschaft gegen uns gerichtet sind und sie liefern ein weiteres Beispiel dafür, wie schlecht die Arbeitenden in dieser Gesellschaft behandelt werden.


Diese Entscheidung kann als Musterbeispiel gelten, wer die Macht in unserer Gesellschaft wirklich besitzt. In unserer Gesellschaft dürfen wir zwar wählen, wer im Parlament eine Mehrheit bekommt und somit bestimmen wir, wer die Entscheidungen trifft, die uns Arbeiter/innen betreffen.

Aber diese Entscheidungen gehen alle in eine Richtung: und zwar die Interessen der Reichen zu vertreten. Auf diese Weise konnten sich ein paar Banken verspekulieren, in der Hoffnung, satte Profite zu kassieren. Doch jetzt fordern sie, dass wir Arbeiter/innen für die Fehler ihres skrupellosen kapitalistischen Systems, das durch Profit angetrieben wird, aufkommen.

Eine solche Vorgehensweise ist typisch für den Kapitalismus. Die Kapitalist/inn/en kennen nur das Gesetz ihrer Geldtasche, und die Verantwortung sollen wir tragen, wenn sie einen Fehler machen. Man kann sich wirklich fragen, wie nützlich diese Leute für die Gesellschaft sind, die Wirtschaftskrisen verursachen, Betriebe schließen, Jobs vernichten... und dabei noch reicher werden! Im Gegensatz dazu werden wir als "überflüssig" abgestempelt, sobald sie entscheiden, dass sie uns nicht mehr brauchen: Stellen werden nicht nachbesetzt, befristete Verträge werden nicht erneuert, Leiharbeiter/innen werden einfach gekündigt... Egal ob damit den Beschäftigten die einzige Einkommensquelle weggenommen wird und sie in die Arbeitslosigkeit geschickt werden. Auch egal ob denjenigen, die im Betrieb bleiben, dadurch die Arbeit über den Kopf wächst und allmählich die Grenzen ihrer Gesundheit erreichen.

Was für die Unternehmer/innen zählt ist der Profit. Aus ihrer Sicht kostet die Arbeiter/innen/klasse immer zu viel. Wir kosten aber nichts: im Gegenteil! Wir schaffen den Reichtum, wir produzieren alles, was es in dieser Gesellschaft gibt. Es ist unsere Arbeit, die alles möglich macht. Wenn ein Politiker oder eine bürgerliche Journalistin mit verächtlicher Miene behauptet, dass wir zu viel "kosten", dass wir nicht lange genug arbeiten, oder dass unsere Löhne zu hoch sind, fragen sie sich nicht, wie uns deren Nachricht erreicht. Wir drucken die Zeitungen, in denen die herabsetzende Propaganda steht. Wir strahlen die Sendungen aus, in denen er seine Reden hält. Wir bauen die Transportmittel, mit denen er von einer Pressekonferenz zur nächsten fährt. Alles was produziert, verkauft und bedient wird, könnte ohne uns nicht existieren.

Keine Arbeiterin, kein Arbeiter ist überflüssig. Es gibt nie "zu viele" Arbeitende. Die Gesellschaft hat nie zu viele Hände, zu viele Köpfe, zu viele Menschen, um besser zu funktionieren. Überflüssig sind nur diejenigen, die durch unsere Arbeit immer reicher werden. Die Aktionäre/innen, die Superreichen dieser Gesellschaft, sind in Wirklichkeit diejenigen, die etwas kosten. Um ihre Profite zu steigern, zwingen sie uns mickrige Löhne und verrückte Arbeitszeiten auf oder rauben uns unseren Job. Ihre Gier kennt keine Grenzen... Es sei denn, wir setzen ihnen welche.

Denn früher oder später werden sie zu weit gehen und uns dazu bringen, kollektiv zu reagieren. Ihr Profitwahn wird eine Massenbewegung in breiten Teilen der Arbeiterschaft auslösen, die uns ermöglichen wird, unsere unmittelbaren Interessen durchzusetzen, wie zum Beispiel die Aufteilung der vorhandenen Arbeit unter allen, ohne Lohneinbußen. Wir werden ihnen zeigen, dass wir, und nicht sie, unabdingbar für die Gesellschaft sind. Ohne unsere Arbeit geht gar nichts.

Und genau dort liegt für die Arbeiter/innen/klasse die Zukunft. Wenn wir uns unserer Rolle in der Gesellschaft und unserer Kraft bewusst werden, werden wir imstande sein, die Zügel der Wirtschaft aus den Händen der Kapitalist/inn/en zu reißen. Wir werden die Produktion selber organisieren, und zwar zugunsten aller Beschäftigten, und nicht irgendwelcher Faulpelze, die niemals einen Finger gerührt haben. Wir werden demokratisch entscheiden was, wie, wann, und wo produziert sowie verteilt wird. Weil wir es für uns machen werden.

Deshalb ist es gerechtfertigt, dass wir für unsere Interessen kämpfen. Denn die ganze Gesellschaft basiert auf unserer Arbeit. Wir stellen eine gewaltige Kraft dar! Von der wir eines Tages Gebrauch machen werden.

Hannes Meyer und Karl Grabke

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