Sexualität, Körperlichkeit & Klassengesellschaft

 

Marxismus-Broschüre Nr. 40, Juni 2012, 44 Seiten, 2,5 Euro (plus Porto)

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Vorwort

Sexualität und Beziehungen spielen für uns Lohnabhängige – neben einem einigermaßen sicheren und erträglichen Job – eine wichtige Rolle. Zufriedenheit und Glück des/r Einzelnen hängen stark auch davon ab.

Gleichzeitig sind wir mit gesellschaftlichen Normen und Vorgaben konfrontiert, die ein glückliches Sexual- und Beziehungsleben stark erschweren: Schönheitsideale, Sport- und Körperkult, sexuelle Leistungsnormen, Konkurrenz am Attraktivitätsmarkt, Ideale von romantischer Liebe, monogamer Treue und „traditioneller" Kleinfamilie, Re-Inszenierungen von Pornografie. Immer mehr Menschen müssen an zumindest Teilen dieser Normen scheitern, verstecken ihre („unzulänglichen") Körper, leiden unter sexueller Lustlosigkeit und haben immer weniger Sex und/oder sexuelle Beziehungen oder sind mit den bestehenden unzufrieden.

Die vorliegende Broschüre greift diese Themen auf: Wir versuchen die kapitalistischen Mechanismen in Bezug auf Sexualität und Körperlichkeit aufzuzeigen. Und wir denken darüber nach, wie wir uns heute dazu positionieren und damit umgehen können beziehungsweise wie Körpergefühl, Beziehungen und Sex in einer sozialistischen Gesellschaft aussehen könnten.

Der erste Beitrag, Ficken im Kapitalismus, liefert grundlegende Überlegungen zur Entwicklung von Sexualität im Kapitalismus, zum zeitgenössischen Attraktivitätsmarkt und zu den Positionen der sozialistischen Bewegung zu Sex, Liebe und Moral. Der Beitrag wurde von Eric Wegner im November 2010 verfasst, auf der Grundlage eines Referates, das er zuvor gemeinsam mit Sabine Saloschin gehalten hat.

Der zweite Beitrag, Körperkult und Schönheitsregime, stammt von Maria Pachinger und wurde im März 2012 geschrieben. Sie beschäftigt sich damit, wie Rollenbilder und Schönheitsideale sich in den verschiedenen Geschlechtern, Klassen und Schichten auswirken, welche Folgen für die Einzelnen das bedeutet und welche Rolle Sport und Körperkult dabei spielen. Schließlich stellt sie die Frage nach dem Umgang mit diesen Fragen.

ARKA, Juni 2012